Historische Romane

Hätte in der Schule jemand behauptet, ich würde eines Tages historische Romane schreiben, hätte ich ihn für verrückt gehalten, denn ich hatte wenig Spaß an Geschichte. Sich die ganzen Fakten und Daten längst verstorbener Personen zu merken erschien mir Zeitverschwendung. Nur zweimal erkannte ich, wie packend Geschichte sein kann.

Das erste Mal erzählte uns eine Vertretungslehrerin, wie die alten Ägypter ihre Toten präparierten. Besonders lebhaft blieb mir bis heute im Gedächtnis, dass sie das Gehirn mit einem langen Haken durch die Nase aus dem Kopf zogen. Das war so ein schön ekliger Gedanke, dass mich diese Mumien bis heute reizen.

Das zweite Mal gelang es unserem Geschichtslehrer, in einer Stunde kurz vor den Ferien, uns seine Begeisterung für amerikanische Geschichte zu verdeutlichen. Bis dahin hatte ich nicht einen Gedanken daran verschwendet, warum ihre Verfassung so schnell fertig geworden war. Doch jetzt weiß ich, dass die Abgeordneten in einem ehemaligen Stall tagten und von Pferdebremsen geplagt wurden. Klar, dass dabei unwichtige Argumente wenig Beachtung fanden.

Im Studium entdeckte ich endlich meine eigene Liebe für Geschichte. Nein, das interessante sind wirklich nicht die Daten und Fakten - es sind die Geschichten der Menschen von damals. Das erkannte ich, als meine Freundin Anke Waldmann auf dem Dachboden ihrer Eltern ihr Hofarchiv wiederentdeckte und jede Woche mit neuen, spannenden Geschichten aus dem Leben ihrer Vorfahren nach Göttingen zurückkehrte. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann ich dieses faszinierende Material in Romanform aufarbeiten würde. Seither stolpere ich alle naselang über mitreißende Ideen - reichlich Stoff für viele, weitere Romane.

 

bis jetzt erschienen

Victors Wut

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Engels Freiheit

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